Tierschutz


Der Grundgedanke des ethischen Tierschutzes bildet die Grundlage meiner Tiergestützten Intervention. Ich sehe Tiere als Mitgeschöpfe, die um ihrer Selbstwillen geschützt gehören. Ich erkenne den Eigenwert von Tieren an und sehe jedes (meiner) Tiere als Individuum.

Aus diesem Grundverständnis ergibt sich, dass ich Verantwortung für das individuelle Wohlbefinden meiner Tiere übernehme. Kennzeichnend für Wohlbefinden sind Gesundheit, Zufriedenheit, die Erfüllung sozialer und ethologischer Bedürfnisse und normales Verhalten. In diesem Verständnis nennt Cornelia Drees den Begriff des hedonischen Budegts: "[Es] gibt Auskunft über alle artspezifischen und individuellen Bedürfnisse eines Lebewesens. Die Aufgabe eines Tierhalters ist es, sich diesem Budget möglichst anzunähern und für wegfallende Punkte Ausgleichsmaßnahmen zu finden."


Auch in der Ausbildung meiner Tiere lege ich Wert auf Vertrauen und tiergerechtes, faires Training ohne Gewalt. Nur so können meine Tiere und ich uns gegenseitig vertrauen, was die Grundlage für eine wahre Partnerschaft bildet. Nur so kann tiergestützte Intervention geleistet werden.


Ich nehme mir Zeit neue Tiere ankommenzulassen und kennenzulernen. Dadurch kenne ich ihre individuellen Verhaltensweisen und erkenne ihre Stressreaktionen. Dies ermöglicht mir eine stetige Beurteilung, ob eine Intervention ggf. abgebrochen oder das Tier aus der Situation entlassen werden muss.


 

Ein weiterer Maßstab, um das Wohlergehen von Tieren sicherzustellen:

 

  1. Freiheit von Hunger und Durst
  2. Freiheit von haltungsbedingten Beschwerden
  3. Freiheit von Schmerz, Verletzung und Krankheit
  4. Freiheit von Angst und Stress
  5. Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen

 

In der Tiergestützten Intervention sind besonders die Punkte 4 und 5 zum Wohle des Tieres hervorzuheben.


Stress kann sich in Form von autonomen, durch das Nervensystem ausgelösten, Reaktionen wie das Aufstellen des Nacken- oder Rückenfells bzw. des Gefieders zeigen. Aber auch unruhiges Hin- und Herlaufen, Hecheln, Rückzug oder Überdreht-Sein können mögliche Verhaltenszeichen für Stress sein.

 

Grundlegende Anzeichen bei Stress, Überforderung und Angst finden sich in der Literatur unter dem Begriff "Die 5 F der Furcht":


  1. Fight: Abwehrverhalten z. B. Beißen, Kratzen und Austreten
  2. Flight: Fluchtverhalten, wie Ducken, Wegrennen und/oder Verstecken
  3. Flirt: Albern sein z.B. Spielaufforderung durch Vorderkörpertiefstellung, Rennen
  4. Freeze: Erstarren / Angststarre
  5. Faint: Abschalten / Ohnmacht


Beim Hund gibt es jedoch noch eine Vielzahl kommunikativer Signale, die gezeigt werden, um eine Situation zu entspannen. Sie können aktiv an Sozialpartner gerichtet sein oder aber auch passiv auf Stressoren aus der Umwelt ungerichtet gezeigt werden (vgl. Rugaas, 2001, Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde)


Auf möglichen Stress hinweisen können u.a. folgende Signale (vgl. ebd.):

  • blinzeln, den Blick, den Kopf oder auch den ganzen Körper abwenden
  • Belecken der Nase, Maulwinkel oder aber Schmatzen
  • Verlangsamung der Bewegung bis zum Erstarren
  • Schwanzwedeln
  • hinsetzen oder hinlegen
  • im Bogen gehen
  • Pfote heben
  • dazwischen gehen / splitten
  • markieren
  • am Boden schnüffeln
  • Zweige o.ä. vom Boden aufheben
  • sich kratzen, lecken oder beknabbern
  • gähnen


Diese Merkmale gilt es zu (er)kennen, um das Tier aus der jeweiligen Situation zu nehmen und somit zu schützen.


Zudem nutze ich die Sammlung von Merkblättern der TVT- Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.:


  • Tiere im sozialen Einsatz, Merkblatt 131
  • Tiere im sozialen Einsatz, Merkblatt Nr. 131.3 Hühner
  • Tiere im sozialen Einsatz, Merkblatt Nr. 131.4 Hunde
  • Tiere im sozialen Einsatz, Merkblatt Nr. 131.7 Meerschweinchen


Meine Sachkunde stelle ich durch das Erlangen der § 11-Erlaubnis (TierSchG) unter Beweis.